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Von ganzem Herzen wünsche ich allen
Leserinnen und Lesern ein lichterfülltes Fest, das uns alle mit der grenzenlosen Fülle und Zuversicht, die der Weihnachtsstern ausstrahlt, verbinden möge und den
Weg unserer Seele beleuchte!

                                                      

   

An dieser Stelle ist es mir auch ein besonderes Anliegen, mich für das Vertrauen sowie die Teilnahme an meinen Seminaren respektive Vorträgen zu bedanken. Vielen Dank auch an all jene Leser, die den Newsletter an Freunde und Bekannte weiterleiten.
Mein herzlicher Dank gilt auch all den zahlreichen Freunden, die mir während der vergangenen Tage geschrieben haben.

                                    Mit lieben Grüßen,
                                                      Cornelius Selimov

                                           
                     

 

 

 
                            

            

 

            

Der weise Weg der Drei 

Einerseits erscheint es mir unwesentlich nachzuforschen, ob der Geschichte der drei Weisen aus dem Morgenland historische Tatsachen zugrunde liegen oder ob sie eine der vielen Legenden ist, die man erfunden hat, um den Menschen etwas zu berichten, woran sie ihr Leben orientieren können, denn im Laufe der vergangenen Jahrhunderte wurde diese Erzählung nicht nur von Generation zu Generation literarisch, musikalisch und bildlich weitergetragen, sondern auch mit so vielen Ritualen und Bräuchen zelebriert, dass sie im Bewusstsein der Menschen längst zu einer kollektiven Realität, einer Tatsache geworden ist, andererseits müssen die zeitlose Bedeutung und der tiefere Grund, warum diese Überlieferung von Beginn ihrer Tradierung bis zum heutigen Tage unzählige Menschen der unterschiedlichsten Kulturen fasziniert, in ihr selbst zu finden sein.

 

Die alten Bücher berichten von drei Gelehrten, die aufgebrochen waren, um der Bahn eines auffallend hell leuchtenden Himmelskörpers zu folgen. – Waren es tatsächlich drei Sternforscher oder soll die Zahl lediglich darauf hinweisen, dass sich mehrere Menschen auf den Weg gemacht haben, etwas Unbekanntes zu erkunden? Begaben sich ausschließlich Männer auf die Reise oder zogen ebenso Frauen, vielleicht auch Priesterinnen mit der Karawane, deren Erwähnung im Laufe der beiden, auf die Begebenheit folgenden, Jahrtausende von übereifrigen Vertretern des Patriarchates mit Akribie aus den Geschichtsbüchern entfernt wurde? Waren die Gelehrten Bewohner der gleichen Stadt, des gleichen Landes? Erklärten sie Veränderungen im Kosmos, den Lauf der Sterne, den Fluss der Zeit mit den gleichen Lehrmeinungen und Gesetzen? Beugten sie ihr Knie vor den gleichen Gottheiten? Waren sie befreundet oder standen sie in erbitterter Konkurrenz zueinander ehe sie begriffen, dass der Sprachkundige dem Ortskundigen, der Sternkundige dem Medizinkundigen, der Schriftkundige dem Traumkundigen behilflich sein musste, dass sie nur gemeinsam, Kraft gegenseitiger Unterstützung in der Lagen waren, diese neuen Pfade der Ungewissheit zu begehen? Wer vermag zu sagen, ob anfangs alle die gleiche Intention, der Wunsch dasselbe Ziel zu erreichen brüderlich verband? Ob unbändige Wissbegierde, verwegene Abenteuerlust, ehrgeizige Ruhmsucht oder tiefe Spiritualität sie veranlassten, ihre gewohnte Umgebung zu verlassen, um der Spur eines unerforschten Himmelsphänomens zu folgen, werden wir wohl nie erfahren.

Selbst jene Gebeine, die der Legende nach im dritten Jahrhundert Kaiserin Helena von Konstantinopel von einer ihrer zahlreichen Pilgerreisen aus Palästina als Geschenk an Bischof Eustorgius von Mailand in einem kostbaren Sarkophag mitgebracht und den Menschen erzählt hat, es seien die sterblichen Überreste der Heiligen Drei Könige, bleiben Antworten auf all diese Fragen der Nachwelt schuldig.

Einst galten diese Reliquien so wertvoll, dass Kaiser Friedrich Barbarossa im Jahre 1162 Mailand eroberte, um sie im Triumphzug als Kriegsbeute nach Köln zu überführen, wo sie den Bewohnern aller Königreiche und Fürstentümer Zeugnis abzugeben hatten, wie mächtig und gottbegnadet ihr stolzer weltlicher Besitzer sei. Man zögerte nicht, die hervorragendsten Künstler aufzubieten, um den Gebeinen, die bis zum heutigen Tage keiner wissenschaftlichen Untersuchung unterzogen werden durften, nicht nur einen goldenen Schrein zu schaffen, sondern die größte Kathedrale, die das Mittelalter gesehen hatte, zu errichten.

Fundierte Antworten auf die vielen historischen Unklarheiten aber auch nach der tieferen Bedeutung der Erzählung für die Menschen vermag nicht einmal diese monumentale Pilgerstätte zu geben. 

Vielleicht wiesen die biblischen Autoren mit der Zahl Drei nicht auf die quantitative, numerisch erfassbare Anzahl der Gelehrten hin, sondern beschrieben die qualitative, energetische Größe der Schöpfungstrinität, des elektrisierenden, impulsgebenden Funken, der stets nötig ist, um einem Gedanken jene Dynamik, die ihn zur Tat werden lässt, zu verleihen.

Im kabbalistischen Kontext symbolisiert die Drei das Prinzip der wiedergefundenen Einheit nach Überwindung von Zweiheit, Zweifel und dem daraus resultierenden Zwiespalt. Wer gelernt hat, seinen persönlichen Standpunkt auf eine höhere Bewusstseinsebene zu transformieren, überwindet die Dualität und somit die Illusion der Trennung der Manifestationen untereinander sowie das Gefühl der Diskonnektion zur Quelle. 

Die Zahl Drei repräsentiert energetisch das Wiederfinden der Fülle der Einheit nach Ablösung der aristotelischen „Entweder-Oder-Logik“ durch die  integrierende „Sowohl-als-auch-Erkenntnis“.

Das menschliche Bewusstsein wird im Energiepotential der schöpferischen Eins angelegt, um die Trennung der polarisierenden Zwei zu durch-wandern und in der wiederverbindenden Drei – um die Erkenntnis der Natur des eigenen Wesens gereift – den Zyklus der dreidimensionalen Sphäre zu überwinden. Die transformierende Kraft dieser Entwicklung ist die, aus dem eigenen freien Willen entstandene, bedingungslose Liebe, die den Schleier der materiellen Welt von Ego, Macht und Tod zerreißt.

Johann Wolfgang von Goethe übermittelt uns diese Information, dieses mathematisch darstellbare Bewusstwerdungsprogramm in den ersten Versen seines Hexeneinmaleins:

„Du musst verstehn!
Aus Eins mach Zehn,
Und Zwei lass gehn,
Und Drei mach gleich,
So bist du reich.“

Schenkt man den Überlieferungen, die im Namen des Evangelisten Matthäus vorliegen, Vertrauen, so war es ein Gruppe Sterndeuter, deren geistige Verbundenheit mit der unumstößlichen Gesetzmäßigkeit „der Makrokosmos spiegelt den Mikrokosmos – wie oben so unten“ dermaßen eng war, dass sie im Auftauchen eines hell leuchtenden Himmelskörpers einen Hinweis für die Geburt eines Lichtträgers auf Erden aber auch einen günstigen Zeitenpunkt für einen Neubeginn in ihrem Leben sahen. Vielleicht war der Wunsch nach Veränderung, die tiefe Sehnsucht nach innerer Vervollkommnung den Gelehrten Antrieb, ihrem Leben durch das Folgen eines besonderen Himmelsphänomens neue Entwicklungsimpulse zu geben.

Ob jene kosmische Erscheinung, deren Verlauf die Eingeweihten folgten, ein Komet, eine Supernova oder eine Konjunktion von Jupiter und Saturn im Sternzeichen des Fisches, die im Auge des Betrachters die beiden Planeten als einen einzigen strahlenden Stern erscheinen ließ, war, vermögen Astronomen nicht eindeutig zu beantworten und ist für die tiefere Bedeutung der Geschichte irrelevant.

Wissenschaftler meinen, jenes außergewöhnliche kosmische Ereignis müsse im Jahre sieben vor der Zeitenwende stattgefunden haben. Wer sich mit der Quelle verbindet, macht die Erfahrung, wie rasch die Grenzen von Raum und Zeit, die unsere reduzierte Bewusstseinsebene und die daraus entstehende Illusionswelt vorgeben, verschwinden. Man nimmt von einer höheren Perspektive aus wahr und erkennt, dass alles gleichzeitig geschieht und von Natur aus unbegrenzt ist. Ergo ist es für die tiefere Bedeutung der Geschichte unerheblich, wann in unserem gegenwärtigen Zeitverständnis die Geburt jenes Kindes, das uns die heilende Kraft der Liebe in Erinnerung rief, tatsächlich stattfand.

Symbolisch gilt Babylon als jener Ort, an dem die Menschheit das Bewusstsein ob ihrer Einheit verlor und nach der Verwirrung der gemeinsamen Sprache sich in einen unheilbringenden, bis heute nicht enden wollenden Kampf um Vorherrschaft und Macht begab. Mehr zu sein, mehr zu haben oder zumindest mehr zu scheinen als jene, die in ihrer Vollkommenheit ebenso vollkommen sind wie man selbst, wurde zum zentralen geistigen Programm, das die Menschheit in eine unselige Spirale der Illusion einer Trennung und der Isolation zahlloser Egos führte.   

Die Geburtsstätte der Dunkelheit und geistigen Verwirrung war aber definitiv auch jenes Land, in dem eine Gruppe hervorragender Menschen bestrebt war, mit Hilfe des Lichtes eines besonderen Himmelskörpers Klarheit und geistig-spirituelle Orientierung in der allgemeinen Finsternis zu finden und zu bewahren. Goethe lässt Mephistopheles in seiner Selbstcharakteristik das Phänomen der Geburt des Lichtes in und aus der Finsternis beschreiben:

„Ich bin ein Teil des Teils, der anfangs alles war,
Ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar,
Das stolze Licht, das nun der Mutter Nacht
Den alten Rang, den Raum ihr streitig macht,
Und doch gelingt’s ihm nicht, da es, soviel es strebt,
Verhaftet an den Körpern klebt.“

„Ein Teil von jener Kraft,
die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“


Mut begleitete die Weisen, als sie ihre gewohnte Stätte, ihre gewohnte Arbeit aber auch ihre Familien und Freunde verließen, um sich auf einen Weg in eine andere geistige Welt zu begeben, die sie zwar nicht kannten, die ihnen aber so bedeutsam erschien, dass weder Entfernungen noch Strapazen oder Gefahren und Ängste sie abhalten konnten, ihn zu beschreiten.

Welchen Ereignissen sie sich auch immer stellen mussten, wie auch immer sie in der Fremde empfangen wurden, ob die Menschen in jenen Städten, in denen sie rasteten, ihnen wohlwollend oder voll Misstrauen begegneten, ob sie auf friedliche oder kriegerische Stämme trafen, ob man sie auf Grund ihrer Suche nach dem Weg des Lichtes verhöhnte, achtete, ignorierte oder verfolgte, sie hielten das Ziel ihrer Reise so hoch, dass keine Begebenheit mächtig genug gewesen wäre, sie von ihrem Vorhaben abbringen zu können oder nur eine Regung des Zauderns aufkeimen zu lassen.

Als sie in Jerusalem, dem Zentrum der Macht eintrafen, meinten sie, Herodes als oberster Repräsentant der etablierten staatlichen Autorität wäre berufen, ihnen bei ihrer Suche nach dem Licht der Klarheit behilflich zu sein. Rasch erkannten sie, dass ihr Streben nach geistiger Reife mit den weltlichen Interessen nicht vereinbar war und sie sich zu entscheiden hatten, ob sie künftig Königen in ihrem unbegrenzten Verlangen nach weltlicher Macht oder ihrem eigenen Bestreben nach Verbundenheit mit der Quelle des Lichtes folgen sollten.

Eine Entscheidung an einer Lebensweggabelung, die den Weisen keine Mühe abverlangte, denn sie trugen Weihrauch und Myrrhe mit sich: Als der Duft des Weihrauchs ihr Bewusstsein öffnete, um den Klang der höheren geistigen Kräfte zu empfangen und der Geruch der Myrrhe ihnen half, tief mit den Kräften der Erde verwurzelt zu sein, fanden sie wie von selbst in ihre goldene Mitte und vernahmen die eigene innere Stimme ihrer Seele, die ihnen sagte, wie sie zu entscheiden hätten. Im Einklang mit ihrer wiedergefundenen inneren Stimme fanden sie zur Bestimmung ihres Lebens und folgten ihr.

Nachdem es ihnen gelungen war, die Welt ihrer Illusionen niederzureißen, erkannten sie den tieferen Grund ihrer Geburt, welcher Seelenauftrag sie auf die Erde geführt hatte, was es hier zu lernen, zu erledigen galt.

Die drei Weisen hatten ihre Entscheidung getroffen und aus freiem Willen beschlossen, ihr Leben so zu gestalten, so zu orientieren, dass sie stets in direkter Verbindung mit dem Stern der Erkenntnis standen. Aus ihrer kontinuierlichen Verbindung mit der Quelle des Lichtes gewannen sie die nötige Klarheit, die zahllos auftretenden Geister unterscheiden zu lernen, um den Kräften der Verlockungen und Versuchungen der Dunkelheit zu widerstehen. Sie beherrschten die inneren Stimmen und Greifarme der niedrigen Mächte, sie hatten sich vom Joch der weltlichen Machthaber ebenso wie von den Glaubenslehren, Geboten und Zwängen patriarchaler Priester emanzipiert und wurden autonome, selbstverantwortliche Herren ihres eigenen Lebens – sie wurden Könige.

Die Eingeweihten erkannten die Gesetze des Lebens und ihre Fähigkeit, als geistige Schöpferautoritäten im Dienste der Liebe Geist wie Materie zu transformieren – sie wurden Magier.

Im Licht der Quelle hatten sie ihre eigene geistige Wachheit wiedererweckt. Diese wiedergewonnene geistige Reife und spirituelle Weisheit machte es ihnen unmöglich, dem Rufe Herodes an seinen Hof zurückzukehren, zu folgen. Sie sahen die Welt, die Menschen und das Leben mit den Augen Erleuchteter. In Dankbarkeit, Stille und Demut vor der Größe der Schöpfung zogen sie auf einem anderen Weg als auf dem sie gekommen waren in ihre Heimat zurück. Wer sich mit dem Licht der Quelle verbindet, erkennt seine geistige Freiheit und Unabhängigkeit von weltlichen Machtinstrumentarien. Herodes und all das, was sein Regierungssystem repräsentierte, stellte für sie keine Option mehr dar. In ihrer Weisheit verstanden sie ihn und seine Pläne, seine Programme und Ziele, bekämpften ihn jedoch nicht, sondern ignorierten den Herrscher, widmeten seinem Bestreben fortan keine Aufmerksamkeit mehr.

Fortan versuchten sie niemanden von ihrer Sichtweise zu überzeugen oder gar deren Richtigkeit zu beweisen, denn sie waren ausschließlich bestrebt, selbst in der babylonischen Finsternis ihrem lichtvollen Weg treu zu bleiben. Sie hatten gelernt, die Polarität zu überwinden und alle scheinbar widersprüchlichen Manifestationen wertneutral zu vereinigen. Vielleicht wurden manche Menschen in der geistigen Umgebung der Weisen durch deren Lebenshaltung inspiriert, das gleiche, heilvolle Leben zu führen. So erhob sie, die bis zum heutigen Tage nicht heiliggesprochen worden sind, der Volksmund zu Heiligen.

Im pythagoreischen Sinne hatten sie das Wesen der Zahl Drei, die ihre geometrische Darstellung im gleichseitigen Dreieck findet, zu leben begonnen: Auf welcher Seite eines Dreieckes man sich auch immer befindet, man gelangt nur dann zur Wiedervereinigung in einem Punkt – der durch die schöpferische Eins symbolisiert wird –  wenn man die beiden anderen Seiten des Dreiecks über sich zusammenführt und somit deren Auseinanderstreben, deren Polarität auflöst. Die Weisen verstanden es, die polaren Kräfte der Welt in ihrem Bewusstsein zusammen-zuschließen, wodurch ihnen im Schnittpunkt der Wiedervereinigung der Stern von Bethlehem aufleuchtete.

Ob die drei Sterndeuter tatsächlich im Jahre sieben vor der Zeitenwende das neugeborene Kind eines Tischlers, dem seine Eltern den Namen Jeschua gaben, besucht und beschenkt haben oder ob die Schriftgelehrten uns mehr überliefern wollten als den historischen Tatsachen entsprach, werden wir wohl nie erfahren. Die Geschichte, wie wir sie erzählen, berichtet von weisen Menschen, die aus der Finsternis aufgebrochen waren und es verstanden, sich so sehr mit dem Stern der Quelle zu verbinden, dass in ihnen das Licht der Liebe zu leuchten begann.

Ein strahlenderes Weihnachtswunder vermag man niemandem zu wünschen. 

                                              Cornelius Selimov, Dezember 2015

                

 

 

 
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